Alex Ritmo Round One in der Praxis
Geschrieben von: Mike Grabeck   
Als ich den Alex Ritmo das erste Mal in der Hand hielt schoss, ehrlich gesagt, nicht gerade viel Begeisterung durch meinen Körper. Ich war die "Kleinen Kunstwerke" von Jackall, Lucky Craft oder Megabass gewohnt und verglich den Alex Ritmo natürlich sofort mit ihnen. Der Ritmo war aus Balsaholz, hatte keine Rasseln, kein wirklich realistisches Aussehen, keine ausgefeilte Technik oder Anordnung der Tungstenkugeln, eigentlich nichts, was mich besonders reizen würde. Ich gab dem Ritmo allerdings eine Chance in meiner großen Köderkiste und nahm ihn jedes Mal wieder mit ans Wasser. Zum Testen hatte ich von Nenad einmal die komplette Größenpalette in Green American Shad bekommen. Das ich später noch die komplette Größenpalette vom Firetiger- und Forelledesign bestellen würde wusste ich bis dato noch nicht.


Der erste Versuch startete an der Ruhr. In unmittelbaren Nähe meines Wohnortes gab es ein schönes Wehr und eine sehr naturbelassene Strecke der Ruhr. Bei mittlerem Wasserstand beträgt die Wassertiefe zirka 1,90m mit einer schnellen Strömungsgeschwindigkeit. Wie geschaffen also für einen kleinen schmalen Crankbait wie den Ritmo. Döbel und Forellen sollten an diesem Tag die Zielfische sein. Ich hatte wenig Zeit und machte mich sofort konzentriert an die Arbeit. Direkt beim ersten Wurf gab es die erste kleine Bachforelle auf den Ritmo 3 DR in Green American Shad. Reines Glück oder einfach nur verdammt gut?
Es vergingen keine 10 Minuten als die nächste kleine Bachforelle an den Haken ging. Damit hatte sich der Ritmo schon in mein Herz gebohrt.

Danach tat sich allerdings für eine Stunde kaum was. Leider musste der erste Test dann aufgrund eines heftigen Regenschauers abgebrochen werden. Schade eigentlich, denn auf dem Heimweg machte ich mir noch Gedanken darüber was der Ritmo vielleicht noch alles noch gefangen hätte. Der nächste Test an der Ruhr würde es zeigen.


Nun ja, der zweite Test ließ nicht lange auf sich warten. Ich hatte Urlaub und ein schöner Tag mit Sonnenschein und milden Temperaturen lud mich herzlich ein, mal wieder an den Dortmunder Hafen zu fahren und den Hechten nachzustellen. Aufgrund des langen Winters machte ich mir aber wenige Hoffnungen.

Ich muss zugeben, dass ich zuerst meine "Standard-Köder" in den Karabiner eingehangen habe. Doch als nichts lief, lachte mich der Alex Ritmo Five aus der Köderbox an und ich gab ihm eine Chance. 3 Würfe später kurbelte ich den Ritmo langsam und mit ein paar Pausen zu mir ein. Schrecksekunde! Als ein knapp 60cm langer Hecht von unten mit voller Wucht auf den Ritmo zuschoss blieb mir kurz der Atem weg. Meine Polbrille machte alles schön sichtbar.


Er schnappte sich den Köder und zog sofort wieder zielstrebig in die Tiefe. Der Anschlag saß und die Bremse surrte vor sich hin. Nach kurzem knackigen Drill lag der Hecht im Kescher. Genau 59cm lang und den Ritmo knapp gehakt im vorderen Maulbereich. Kurzes Foto und ab mit Ihm zurück in sein nasses Element.

Testtag Nummer 3
war wieder der Dortmunder Hafen. Unerträgliche Hitze machte sich breit und die Luftfeuchtigkeit der letzten Tage war wirklich nicht gerade die ideale Voraussetzung für einen guten Fang. Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen meinen freien Tag mit angeln zu verbringen. Ich war ziemlich früh am Wasser und startete am Südhafen. Zuerst gab es ein paar kleinere Barsche. Nichts Besonderes für den Ritmo. Kurze Zeit später wechselte ich auf das nächst größerem Modell. Zuerst tat sich nichts und ich wechselte das Dekor. An einer Kante zu einem kleinen Krautfeld warf ich den Köder aus. An dieser Stelle steht eigentlich immer ein Hecht dachte ich mir nur. Dann kam der erste Hecht zum Vorschein. Der kleine Racker wehrte sich gut und landete sicher im Kescher. Er hatte anscheinend Hunger und hatte den Ritmo komplett inhaliert. Danach tat sich an den anderen Hafenbecken jedoch nicht mehr viel und das Kraut machte mir an einigen Stellen ganz schön zu schaffen. Es gab noch ein paar Barsche und eine kurze Hechtattacke. Danach ging´s zur Mittagszeit ab nach Hause die Sonne genießen.


Ich muss sagen im Großen und Ganzen haben die Ritmo Modelle bei mir viel erlebt. Sie laufen sehr gut und sind zudem auch noch robust. Würfe gegen die Spundwand, aufschlagen der Tauchschaufel auf Steinpackungen, aber auch Hechtzähne haben den Ritmos doch wenig ausgemacht und die Wobbler verrichteten weiter treu ihren Dienst. Lediglich die Drillinge wurden schnell stumpf und mussten nachgeschliffen werden. Da war ich wohl zu verwöhnt von den kleinen Japanern. Durch den geringen Kaufpreis machen die Ritmos diese Schwäche aber auch schnell wieder wett.
Ritmos sind empfehlenswerte fängige Wobbler für den kleinen Geldbeutel.

By Mike Grabeck


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