Von Würmern und Tentakeln
Geschrieben von: Tobias Schmeer   

Es war schon recht lustig anzusehen, das Gewirr aus Würmchen und Octopus gleichen Ergänzungsködern, das nach dem Auspacken auf meinem Schreibtisch lag.

Ein schöner bunter Haufen Wiggley Würmer und Skirts von Orka.

Die Skirts sind eine der neueren Entwicklungen von Orka. Stimmt, die sogenannten Skirts an sich sind nicht neu, aber die Variante von Orka ist es. Denn diese Skirts sind nicht aus Silikonfäden geknüpftes, sondern sind aus Gummi gegossen. Die Skirts gibt’s es in 4 verschiedenen Farben (Braun, Orange, Gelb und Schwarz), sie sind relativ groß mit ihren 9cm Durchmesser und lassen sich mit fast allen gängigen Jig-Köpfen und Finessködern kombinieren. Und der besondere Clou:  Die einzelnen Arme lassen sich als Krautschutz (Weedgard) einsetzen. Einfach einen Tentakel auf die Hakenspitze schieben und es kann quer durch den Unterwasserdjungel gefischt werden.


Ein schöner Herbstbarsch auf Wiggley Worm. Im Herbst fingen die Würmer besser als jetzt im kalten Frühjahr.

Vorher muss der Orka Skirt allerdings erst einmal richtig montiert werden… oder besser nicht?

Eigentlich kommt der Gummikragen zuerst auf den Haken und zwar mit dem Gnubbel in der Mitte voran. Dann umstülpen, den eigentlichen Köder (trailer) bis an den umgestülpten skirt heran schieben und den skirt dann über den Köder zurückklappen und fertig.

Hat man allerdings einen nicht allzu großen kopf (Rundkopf bis ca. 10g) dann kann man den Skirt auch verkehrt herum aufziehen, ihn über den kopf ziehen und dann das Hakenöhr durch den Skirt drücken. Jetzt verdeckt der Skirt den gesamten Jig-Kopf und das Hängerrisiko in Steinpackungen sinkt rapide, da der „Gummikopf“ leichter aus den Steinen herausrutscht. Dadurch büßt der Köder natürlich etwas an Aktion ein und es sieht auch nicht mehr ganz so schön aus. Aber lieber schlechter fangen als ein neues Ködergrab einzurichten.

Generell muss man leider sagen, dass die Skirts von Orka zwar eine schöne Ergänzung zu unseren Finessködern ist, und die Vorteile der gängigen Rubberjigs nutzt, allerdings nicht mit derselben Grazie. Die Skirts verlangsamen unseren Köder schön und plustern ich gut auf, aber die Arme legen sich nicht so gut an den Köder wie beim Vorbild, dadurch bleibt der Köder immer recht  voluminös.


Die Barsche fielen dem Wiggley Worm reihenweise zum Opfer. Nicht unbedingt die größten, aber am leichten Gerät ein schöner Spaß.
Alles in allem eine schöne Erweiterung für jede Ködersammlung. Kein Ersatz für die Flut an Rubberjigs die es gibt, aber die Skirts von Orka geben uns die Möglichkeit jeder Zeit eine beliebige Kombination zusammen zu stellen um uns an die Launen der Fische anzupassen. Und vergleicht man einmal die Preise, dann wird schnell klar dass sie auch eine wunderbare Möglichkeit sind mal eben auszuprobieren ob einem diese moderne Fransenfischerei gefällt oder nicht. Den Fischen gefällt es, das hab ich ausprobiert.


Härteste Testbedingungen am Jahresanfang.
Ich konnte wärend der Testphase zwar nur Zander erwischen, aber große Barschen und auch Hechte nehmen Köder dieser Größe, deshalb bitte immer an ein Stahlvorfach oder ähnliches denken!

Der Wiggley Worm von Orka ist im wahrsten Sinne ein Wurm für alle. Nicht nur dass man diese Würmer nur in brauchbaren Größen bekommt und für alle gängigen Methoden verwenden kann, nein er fängt auch durch die Bank sicher fast alles was Fisch ist.

Gut, ok, ist eventuell etwas überzogen. Dennoch, der Wiggley Worm ist extrem vielseitig. Der Wurm ist aus einer leicht klebrigen Gummimasse gefertigt die ihn gut am Haken hält. Das ist auch notwendig da der wurm so schmal ist, dass man den üblichen Bleignubbel am Kopf entfernen muss, sonnt macht man das filigrane Kunstwerk kaputt.


Für die hungrigen Barsche hätte der Wurm auch eine Nummer größer sein können.
Wichtig ist, dass man regelmäßig kontrolliert ob der Schwanz nicht verklebt ist, das passier manchmal nach Fehlbissen, dann muss man den Wurm wieder herrichten, denn das schafft er nicht allein unter Wasser, so klebrig ist er.

Dass der Köder so dünn ist, ist aber keines Falls ein Nachteil. Der Wurm taumelt wirklich herrlich zu Boden am leichten Gerät und spielt bereits in der leichtesten Strömung. Wer die Chance hat kann es wie ich gern im Aquarium testen. Ich habe die Würmer dort das erste Mal getestet, immer das Selbe: meine Rotfedern mussten immer dran rum nuckeln. Aber noch erstaunlicher war dass sie ihn sogar angenuckelt haben als er reglos am Boden lag. Und nicht mehr zu halten waren sie wenn er am Boden lag und einer von ihnen drüber hinweg schwamm. Dadurch gab es eine leicht Wasserbewegung die den Wurm in Bewegung setzte, und alle die das gesehen hatten stürzten sich auf den Wurm. Das habe ich bisher noch bei keinem Gummiköder erlebt. Schade dass es die Würmer nicht mit Salz oder Aroma gibt, dann bräuchte ich sicher keine Tauwürmer mehr an heiklen Tagen. Einen Nachteil hat die schmale bauweise des Wurms allerdings doch, denn dadurch ist der Verschleiß natürlich etwas höher. Nicht selten kommen sie ohne Schwanzende aus den Tiefen zurück.


Tiefer inhalieren ging nicht, der Wurm verstopft den Rachen. Die Barsche haben den Köder überwiegend vom Grund aufgesammelt, oder in der Absinkphase, nie bei anheben.
Den Wiggley Worm gibt es in 2 Größen (9cm und 13cm) und in 7 Farben. Klingt groß, aber sie sind eher für Barsche gedacht, ursprünglich auch für Schwarzbarsche entwickelt. Sicher wird sich auch mal ein Zander an den Größeren versuchen, aber wahrscheinlicher ist, dass sie einen Friedfisch auf die kleine Version fangen.


Dieser Zander ging mir  noch vor dem Morgengrauen an einen gelben Orka Skirt mit einen gleichfarbenem Trailer. Seine Kollegen waren zu klein und dürfen weiter schwimmen.
Beim Einsatz des Wurms ist darauf zu achten, dass stets so leichte Haken wie möglich verwendet werden um den Wurm nicht plump wirken zu lassen. Vom Wacky fischen würde ich abraten, da er nicht genug Eigengewicht hat und sehr beweglich ist. Das lässt ihn wie eine Spagetti zusammenklappen. Viel geeigneter ist er für Texas-, Caroliner-, und Split-Shot-Rig´s. Gerade am leichten Offsethaken ist es eine wahre Freunde mit dem Wurm zu angeln. Wer begeisterter Drop-Shot Fan ist sollte, der sollte Standouthaken verwenden. Und zum Jiggen empfehlen sich langschenklige Haken ohne Bleischaft bis max. 5g, alles andere wirkt übertrieben.

Im Praxistest hat der Wurm natürlich wie zu erwarten einige Barsche verlockt, aber darüber hinaus konnte ich noch zwei wilde Rotfedern erbeuten und sogar einen Karpfen von 63cm kurz nach der Eisschmelze. Gut zugegeben der Wurm war in Garnelenwasser eingelegt, aber das allein reicht ja nun nicht um einen Rüssler zum Gummi zu verführen. Somit ist der Wiggley Wurm nun der zweite Köder in meiner Box der auch den Friedfischen schmeckt, mal sehn wo das noch hinführt.



Etwas klein der Bursche, aber auch mit Hechten ist zu rechnen.


Mein Fazit zu dem Wurm lautet also wie folgt:


Ein netter kleiner Gummiwurm der immer für eine Überraschung gut ist und sein Geld wert ist.

Auch wenn man sicherheitshalber ein Päckchen mehr ordern sollte, da sie leicht den Räubern zum Opfer fallen.

Alle Freunde der leichten Spinnfischerei werden viel Spaß mit ihm haben. Ich bevorzuge die braun Töne und die rote Version, dass muss aber nicht für jedes Gewässer die beste Wahl sein.


Viel Spaß am Wasser


Von Tobias Schmeer


[ ↑ ] nach oben