Testbericht Twisting & Wiggley Worm
Geschrieben von: Michael Schmale   
Kurze Tage und lange Nächte waren in letzter Zeit das übliche Bild was wir über Monate ertragen mussten.
Leider Gottes kein angenehmes Angelwetter wenn man überhaupt von einem solchen reden kann.

In allen Landesabschnitten waren die Seen und sogar Flüsse zugefroren und man musste bei den wenigen zur Verfügung stehenden Tagen eisfreier Gewässer wirklich seine Chancen nutzen um doch noch einen Fisch zu überlisten.


Ich selbst stellte mich einige male diesem Vorhaben. Allerdings, wie den meisten von uns eher mit bescheidenen bzw. nicht erwähnenswerten Erfolgen.


Gute Spots, von denen ich wusste dass sie Fisch bringen waren wie leer und selbst stundenlanges Fingerabfrieren brachte auch mit den ausgeklügelsten Methoden nicht den ersehnten Erfolg.
Bis auf einige zaghafte Biss, welche ich leider nicht verwerten konnte ging wirklich nicht viel.
Aber was tun?
Ich wollte doch unbedingt meine neuen Köder Testen.


Wie ich es auch drehte und wendete, ich bewegte mich fangtechnisch im Nullbereich.
Umso glücklicher war ich als mich an einem Schneefreien Tag einer meiner Freunde anrief und mich fragte ob ich nicht mal wieder Lust hätte einem nahegelegenen Forellenhof einen Besuch abzustatten.

Da einige Forellenhöfe ihre Anlagen mit Sprudlern frei von Eis hielten, war dies eine der wenigen Chancen überhaupt etwas zu fangen.
Kurzerhand packte ich meine alten Forellenruten ein und es ging am Tag darauf ab ans Wasser.
Als ich dort ankam, fuhr es mir Blitzartig durch den Kopf „mist du hast die Bienenmaden vergessen“.
Klar, das konnte mal wieder nur mir passieren.
Also was machen? Sachen packen nach Hause fahren, Bienenmaden zu überhöhten Preisen am Hof kaufen oder, Moment „da hab ich doch“.
Klar ich hab ja noch ein Ass im Ärmel und zwar die neuen Köder.
Was im Sommer an einer Schleppmontage funktionieren würde, kann doch bestimmt im Winter gut im Strömungsbereich des Sprudlers auf Grund angeboten werden.
Ich knüpfte mir also eine einfache Montage zusammen und probierte mein Glück und siehe da, es funktionierte.

Endlich Fisch und wie gut, dass mein Freund seine Kamera dabei hatte um wenigstens 2, 3 Fotos zu machen die ich in diesen Test mit einfließen lassen konnte.
Mich haben aber auf Grund dieser Fangerfolge die Köder absolut überzeugt auch wenn mein Bestand durch meinen Freund zur hälfte minimiert wurde. Denn auch er war voll und ganz von der Fängigkeit dieser kleinen Köder angetan so das ich Ihm direkt aushelfen musste.

Praxistest:
Da ich zwei Köder aus der Orkapalette für diesen Winter auserkoren hatte gehe ich direkt auf beide ein und zwar erstens auf den Twisting Worm sowie auf den Wiggley Worm aus dem Orka Programm. Beides sind Köder die keinem Angler in der Kiste fehlen dürften. Die Köder sind in ihrer kleinsten Form gerade zu prädestiniert um damit Forellen zu fangen.
Als ich diese Köder, dass erste mal überhaupt in den Händen hielt, war ich erschreckt wie klein diese doch sind. Damit Fische zu fangen schien mir überaus schwierig als überzeugter Hechtangler.
In der Praxis allerdings musste ich mich eines besseren belehren lassen.
Gerade für Salmonidenartige sind diese Köder genau das richtige und kommen wirklich sehr gut an.
Bis dato kannte ich nur Maden oder Wurmimitationen anderer Hersteller welche in kleinen Gläsern über den Fachhandel zu beziehen sind.
Aber ein normaler Gummi, in der Größe ohne Flavour war mir neu.
Wenn es allerdings stört das die Köder nicht gesalzen oder flavourisiert sind kann sie mit etwas Bienenmadenöl oder Aminoextrakt  pimpen.
Aber auch hier ist  wieder zu sagen „weniger ist oftmals mehr“.
Ich von meiner Seite aus bin aber sowieso eher der Überzeugung das Köderfarben ausschlaggebender sind als irgendwelche Gerüche und Flavours, die dem Fisch in manchen Situationen meines erachtens nur die  Entscheidung vereinfachen ob er sofort zuschnappt oder den Köder erst  noch begutachtet. Aber dies ist meine Meinung und soll nicht weiter vom eigentlichen Thema ablenken.
Da die Farbpalette dieser beiden Köder absolut ausreichend ist, habe ich selbst auch auf ein Aroma verzichtet und trotzdem gut gefangen.
Wenn die Räuber auf ganz kleine Reize stehen und Köder, mit großer Aktion verschmäht werden ist der Twisting Worm erste Wahl. Bei diesem Köder reizt das kleine abgeflachte Schwanzstück, welches verführerisch in der Strömung flattert wobei der Körper eher ruhig daher kommt.
Sobald aber etwas mehr Aktion gefragt ist und auch die Beute etwas größer sein darf punktet der Wiggley Worm von Orka.
Dieser Köder vermag es selbst bei wenig Strömung noch seine vollen Reize auszuspielen.
Dank seines langen Twisterähnlichen Schwanzteils bewegt sich dieser Köder mit vollem Körpereinsatz und erweckt somit viel Aufsehen.
Somit hat man schnell zwei unterschiedliche Gegebenheiten am jeweiligen Gewässer abgedeckt und kann sich der Situation anpassen. Da Finesserigs derzeit in aller Munde sind und sich der Trend dazu in den letzten Jahren sehr ausgeweitet hat möchte ich folglich gerne darauf eingehen.
Denn beide Köder lassen sich nahezu an fast allen Rigs einsetzen!


Texasrig:
Hierbei handelt es sich um eine eigentlich ganz simple Montage, wobei ein sogenanntes Bulletweight frei auf der Hauptschnur rutscht und mittels Glasperle einen Klackton beim aufeinandertreffen erzeugt. Hierbei rutschen Blei und Perle bis zum Köder ab.
Der Haken kann sowohl mit Natur als auch Kunstköder garniert werden.
Hiefür werden meist Wide Gap oder Offset Haken in den unterschiedlichsten Größen benutzt.
Ebenfalls eignen sich natürlich unsere Worms besonders gut für diese Montage. Ich muss allerdings anmerken das hierfür die etwas größeren Twisting und Wiggley Worms zum Einsatz kommen.
Diese Montage eignet sich sehrgut um auf Schwarzbarsch, Flussbarsch und Zander zu angeln.
Die Führung dieses Rigs ist denkbar einfach. Köder bis zum Grund absinken lassen, kurz anlumpfen und warten bis der Köder wieder abgesunken ist. Danach wieder von vorn beginnen.
Die durch die Glaskugel und Blei erzeugten Geräusche rauben den Räubern den Verstand und ein lecker da gebotener Orkagummi macht seinen Rest.


Carolina Rig:

Vom Prinzip her ähnelt es dem Texasrig sehr. Allerdings rutscht hierbei das Blei und die Glasperle nicht bis zum Köder.
Den dieser  wird mittels Vorfach von den beiden getrennt, was zur Folge hat das der Köder verspätet zum Grund taumelt nachdem das Blei und die Perle dort schon angekommen sind.
Auch hierfür sind unsere beiden Köder wie geschaffen.

Drop Shot:
Entweder man mag es oder halt nicht.
Für mich ist dieses und damit teile ich wohl die Meinung vieler, eine Technik um gezielt Spots auszufischen. Entwickelt für Hindernisreiche Gewässerbereiche lässt es sich sehr gut überall dort einsetzen wo normale Montagen an Ihre Grenzen stoßen.
Hiebei wird an einem langen Fluorocarbonvorfach am unteren Drittel ein Haken mittels Palomarknoten montiert. Wenn ich mit kleinen Ködern wie dem 9cm langen Twisting Worm fische bevorzuge ich Stand Out Haken wobei der Köder vorn am Kopf eingehakt wird.
Dadurch steht der Köder schön gerade von der Schnur und wird nicht zur Seite gekippt. Ein weiterer Vorteil, bedingt durch das Kopfhaken ist, dass der Köder frei ist und somit beweglicher als an einem Wide Gap oder Offset Haken.
An das untere End der Schnur wird ein Dropshotblei geklemmt welches durch das Klemmen variabel in der Einstellung nach oben oder unten ist, um auf Augenhöhe der Fische zu gelangen.
Die Bisse kommen meist eher zaghaft und man sollte kurz warten bevor man zum Anschlag ansetzt. In dieser Zeit, hat der Fisch genug Zeit sich den Köder einzuverleiben.

Des Weiteren gibt es natürlich noch andere Arten von Finesserigs worauf ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen werde.
Die genannten sind wohl auch die bekanntesten und auch am meisten gefischten Rigs.

Fazit:
Wer den Twisting Worm sowie den Wiggley Worm erstmal kennengelernt hat, kann ihn aus seiner Rigbox nicht mehr wegdenken. Ein Muss für alle Finesseangler oder die, die es gern mal ausprobieren möchten. Denn die Preise sind nicht wie so oft einfach überteuert, hier stimmt das Preis.-Leistungsverhältnis. Man bekommt gut Qualität zu einem sehr fairen Preis.
Die Köder sind so vielseitig einsetzbar! Ob am Rig, Jigkopf oder sogar an einer einfachen Grundmontage mit Auftriebskugel machen sie eine gut Figur.
Was die Fängigkeit anbelangt ist mein Fazit, was Forellen an den Haken lockt ist auch auf Barsch sehr fängig und wird mir auch in diesem Jahr noch einige schöne Fische bringen, da bin ich mir ganz sicher.

Optik:
Beide Köder sind in 7 sehr vielversprechenden Farben erhältlich, wobei vor allem weiß (W) sowie dunkel rot (DR) zu meinen absoluten Favoriten zählen. Die Worms imitieren perfekt kleine Würmer, sind sehr sauber gegossen und auch die Verteilung der Flakes im Inneren ist sehr gleichmäßig.
Es gibt keine Farbunterschiede und jeder Köder arbeitet unter Wasser wie der andere. Anzumerken ist allerdings das der Wiggley Worm nur zwei grössen erhältlich ist und der Twisting Worm in 3 Grössen.

Ich hoffe ich konnte mal wieder mit meinem Testbericht etwas gutes beisteuern und die Testphase hat mal wieder trotz schlechten Wetters Spaß gemacht.
Ich würde mich auf jedenfall freuen auch weiterhin das Team zu unterstützen und freue mich auf weitere gute Fänge.

Bis dahin,

Michael


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